Dienstag, 19. Oktober 2010
Football is a simple game...
(Alternative Überschrift:
Wie ich zwei Haken auf meiner "Things to do in my life"-Liste setzte)
http://www.youtube.com/watch?v=UWbZgGC5hpQ
...22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win. (Gary Lineker, 1990)

Gut, war jetzt nicht so schwer beim kicken am Freitag, da in beiden Teams mindestens ein Deutscher war. Von englischer Härte kann man auch nicht reden, denn obwohl einige Engländer in dieser weitestgehend internationalen Truppe dabei waren, kann man nicht sagen, dass es mehr oder weniger Tacklings gab als ich es von anderen Fussballplätzen gewohnt bin.

Anlass war übrigens eine Art erstes Training der Wohnheim-Mannschaft. Ich bin noch nicht ganz dahintergekommen, wie es weitergehen wird, aber anscheinend gibt es da jedes Jahr eine Liga, in der die diversen Wohnheime hier Fraundschaftsspiele gegeneinander austragen. Es wird von unserem Wohnheim wohl drei Teams geben und die Mannschaften werden zufällig eingeteilt.
Das Niveau war erstaunlich gut. Haben zunächst gegen eine (scheinbar eingespielte) Mannschaft gespielt, die direkt vor uns eine Trainingseinheit hatte. Und obwohl wir wild zusammengewürfelt waren, haben wir recht deutlich gewonnen. Fairerweise muss man sagen, dass ich nicht weiß, wie lange die andere Mannschaft schon trainiert hatte und das wir durch fliegende Wechsel immer frische Spieler auf dem Platz hatten.

Anschließend wurde unsere Mannschft in zwei Mannschaften augesplittet ud wir haben gegeneinander gespielt, da inszwischen noch etliche hinzukamen. Ich hab leider die Mannschaft bekommen, die sehr viele ballverliebte Spieler hatte. Dementsprechend nervig war es sehr oft zusehen zu müssen, wie im Mittelfeld immer wieder versucht wurde möglichst viele Spieler auf möglichst uneffiziente Weise zu umspielen bis der Ball dann doch endlich verloren war und mal wieder ein unnötiger Konter auf unser Tor zulief. Umso nerviger das ich vorne gegen zwei sehr gehässige Kumpels aus Australien und Italien spielte, die permanent fragten, wann ich denn endlich explodiere und ein Tor mache. Nach dem Motto "Am Ende scheißt die Ente" hab ich dann immerhin noch ein paar Buden gemacht.

Das schöne an der ganzen Sache war, dass ich endlich mal in England mit Engländern Fußball spielen und mir ein Bild machen konnte. Aber zu der nicht vorhandenen Härte hab ich mich ja schon geäußert.

DER SCHÖNSTE AUGENBLICK war jedoch als plötzlich jemand einen Elfmeter verlangte (ich glaube es war Handspiel) und diesem tatsächlich zugestimmt wurde. In so einem moment lässt man sich als deutscher Fußball-Fan nicht zweimal bitten. Zwar war es nur ein schnöder Elfmeter und einem Freundschaftsspiel, aber als ich dann am Punkt stand, war es schon gewisse Drucksituation. Als deutscher vor gut einem Dutzend Briten auf der Insel einen Elfmeter zu schießen. Eines DER (durchaus positiven) Klischee's zu erfüllen. Vielleicht wird es den ein oder anderen hier beim Lesen verstören, dass ich davon so begeistert bin. Aber das stand bei mir ganz oben auf der Agenda. Das Sahnehäubchen ist natürlich, dass ich dem Druck standgehalten und das Ding sicher verwandelt hab (und wer meine Elfmeter kennt, ahnt wohl auch wie).

Mein Fussballplan für die nächsten Wochen ist jedenfalls gefüllt. Montags und Mittwochs in einer Kleinfeldliga und dann eben noch die Spiele auf Großfeld. Da wird vielleicht noch der ein oder andere Elfer rausspringen. Ich werde bereit stehen.

Eine Uni-Mannschaft gibt es hier übrigens auch noch, aber das war mir zu teuer da mitzuspielen. Mein Kumpel aus Italien hat bei den ersten Trainingseinheiten mitgemacht und rumgeheult, er wäre ständig getreten worden. Aber er ist ja auch Italiener...

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